Der løgmaður und der Vogt kamen Seite an Seite hinunter in den Parlamentssaal – etwas später kamen die løgrættumenn – und die Pfarrer; die løgrættumenn tragen alle schwarze Stehkragen um den Hals, die Pfarrer tragen ihre gewöhnliche Tracht.
Die løgrættumenn schweigen, aber man sieht ihnen doch an, daß sie etwas bedrückt, etwas bereitet ihnen Kopfschmerzen und Seelenpein. Die Pfarrer hingegen sind sehr gesprächig – und das, worüber sie sprechen, ist das Regelwerk (reglugerðin), mit dem sie sich nicht abfinden (ganga undir) wollen; denn wie sollen sie leben können, tá ið meira skal latast fyri handilsvøru og minni fáast fyri hosur og pør. Einer von ihnen – und das ist Herr Jónas – sagt, daß es nicht besser werden wird, bevor die Färingar selbst über den Handel bestimmen – und über die Beziehungen überhaupt. Aber Herr Klæmint unterbricht ihn und fordert ihn auf, nicht so harte Worte zu gebrauchen; er sagt ihm, er solle daran denken, wo er sich befand – und daran denken, daß die Macht des Königs sehr weit reiche, weiter, als er glaube. Darauf antwortet Herr Jónas giftig, daß er zwar ein Beamter des Königs sei, aber kein Sklave des Königs – und er fährt fort und wird immer wütender, aber Herr Klæmint widerspricht nicht – denn er ist ein vorsichtiger Mann – und nun weiß er auch, daß Herr Jónas hevur smakkað sær á – darüber ist nun nichts zu sagen, denn heute ist der Pfarrer von Viðareiði Bräutigam, heute wird er Beinta heiraten, die schöne Beinta mit den kalten Augen, die er, Herr Klæmint, gern auf seinem Pfarrhof gehabt hätte, denn soviel wagt er zu sagen, daß sie einen Mann glücklich machen kann.
Sonntag, 19. April 2026
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Kapitel 1. 6 (2)
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