Freitag, 28. März 2025

Kapitel 1. 2 (4)

Als der skrivari fragte, was er selbst davon hielt, den Jungen nach Norden nach Viðareiði gehen zu lassen, antwortete er nur, daß er sich auf keinen Fall gegen das Gesetz auflehnen wolle. Das einzige, was er tun konnte, war, Gott zu bitten, seinen Sohn auf lichten Pfaden wandeln zu lassen.
„Ja, ja, dieser Tage erwarten wir die Christian Quintus – und dann sind die viðingar (wahrscheinlich die Bewohner der Insel Viðoy, auf der Viðareiði liegt. Anm. d. Ü.) schnell da“, sagte der skrivari, „also machst du den Jungen am besten schnell reisefertig.“ Dann stand er auf und sagte Lebewohl.
Óli blieb noch eine ganze Weile sitzen – die Falten auf seiner Stirn wurden tiefer und tiefer. Er hatte sich so Großartiges für Kristjan vorgestellt – hatte gedacht, daß er vielleicht eines Tages Kleider wie ein König tragen und auf Skansin herrschen würde. Nun wurde nichts daraus. Kristjan würde ein Diener werden, wie soviele seinesgleichen. „Gott im Himmel, die Welt ist schlecht – und die Menschen machen sie noch schlimmer“, seufzte er. Kristjan kam zur Tür herein. „Was wollte der skrivari“, fragte er.
„Du wirst weggeschickt“, sagte Óli und sah seinen Sohn schwermütig an. „Du sollst nach Viðareiði.“ Als er das gesagt hatte, konnte er sich nicht mehr beherrschen, er schlug die Hände vors Gesicht und weinte bitterlich.
Kristjan stand einen Moment wie versteinert da.

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