Sie traute sich nicht, auf dem Nachhauseweg am Bootshaus vorbeizugehen. Jógvan konnte noch dort stehen – und sie brachte es nicht fertig, ihn zu sehen. Es brannte in ihr vor Scham und Zorn. Ja, sie würde es ihrer Mutter sagen. Jetzt war der skrivari tot, jetzt konnte Mama ja Jógvan heiraten – sie kannten sich ja und wußten, daß der Brautgesang und die Brautrede nicht immer Hand in Hand gingen. Sie war nach Hause gekommen, ohne es zu wissen – und nun kam ihr der Gedanke, daß sie genausogut in die Elfenhöhle gehen konnte wie nach Hause. Sie konnte ja dort oben sitzen – die ganze Nacht, vielleicht würde es so kommen, daß sie eine Lungenentzündung bekam und starb – das wäre besser gewesen als alles andere.
Sie ging zur Höhle hinunter, blieb jedoch stehen. Sie hörte hier oben Männerstimmen.
„Nun ist es tief – hier ist es wohl versteckt.“
Sie erkannte die Stimme von Jógvan. Dann hörte sie eine andere Stimme, die sie auch zu kennen meinte. Ja, das war sicher die von Anna.
„Nein, du mußt tiefer graben – und es dann wieder zuschaufeln, damit keiner sieht, daß hier gegraben wurde.“
Nun dann – die Elfenhöhle war ein Versteck für Diebesgut. Ja, jetzt verstand sie das Feuer, das Anna gesehen hatte, und den grauen Mann, den Kristjan gesehen hatte.
Beinta schlich den Abhang hinauf und sah sich nicht danach um, was hinter ihr geschah.
Samstag, 3. Mai 2025
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Kapitel 1. 6 (2)
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