Kristjan trug sein Anliegen vor – daß er Havn bald verlassen würde und wissen wollte, wie es ihm ergehen würde.
„Der Herr entscheidet darüber“, sagte Anna, „und der Mensch soll nicht die Geheimnisse des Herrn erforschen.“
Jetzt streckte Beinta die Hand aus. „Sagt mir, was Ihr hier seht“, bat sie.
Die alte Anna nahm die Hand und sah sie lange an. „Hier steht viel – und ich kann nicht alles verstehen, aber soviel kann ich sagen, daß deine Wege sonderbar gewunden sind – und es sind nicht nur Rosen auf deinen Pfad gestreut.“
Sie schaute sich auch Kristjans Hand an, sagte aber nur, daß sie dort nichts sehe. Entweder würde das Glück ihm folgen, oder er war schon lange tot – die Linien waren so undeutlich –, und sie endete damit, daß sie sie bat, zu gehen, denn sie war müde und konnte nicht länger aufbleiben.
Es war spät – die Leute schliefen schon, so hatten sie unterwegs gingen. Kristjan war in schwere Gedanken vertieft, er ging und dachte an die Worte, die Anna gesagt hatte. „Entweder wird das Glück dir folgen, oder du bist tot, die Linien sind so undeutlich.“
Auch Beinta ging und dachte nach, aber ihre Gedanken waren froher. Draußen in der Welt würde Kristjan ein großer Mann werden, besser als der Kommandant und der Vogt. Er würde etwas von Wert werden, und dann würde Kristjan nach Hause kommen – nach Hause zu ihr.
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Kapitel 1. 6 (2)
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