Sie waren beim Steikarhús angekommen – hier trennten sich ihre Wege, und sie standen noch eine Weile da und dachten nach.
„Hör, Beinta“, sagte Kristjan. „Wir müssen in die Höhle des Elfs hinuntergehen, da sind wir für uns!“
Sie stand einen Moment da und dachte darüber nach, welche Angst sie heute gehabt hatte, doch dann schaute sie Kristjan an und fand, daß er noch nie so schön gewesen war wie heute abend. Nein, heute abend mußte sie ihm folgen, auch in die Höhle des Elfs.
Sie nahm seine Hand und sagte nur: „Laß uns gehen.“
Später erinnerte sich Beinta oft an diesen Moment. Sie saßen hier oben, bis die Uhr zwölf war. Es war überhaupt nicht unheimlich, sie saßen da, es war warm – und ihre Worte waren sanft und zärtlich.
Erst spät brachen sie auf – sie gingen nach Sand, er trug sie über ósan. Als sie sich verabschiedeten, legte sie ihm die Arme um den Hals und sagte: „Um eins bitte ich dich, Kristjan, wo du auch bist und wohin du auch fährst – vergiß mich nicht!“
Eine halbe Stunde später fuhr ein Boot, gerudert von zwei Männern, von Eystaruvágur ab. Das war Óli, der mit seinem Sohn wegfuhr.
Zwei Stunden später kam das Boot zurück – diesmal ruderte Óli allein.
Keiner wußte, wo Kristjan hingefahren war. Óli schwieg und tat, als würde er trauern. Auch Beinta schwieg – denn das konnte sie mittlerweile, es gab ja niemanden, der sie fragte.
Mittwoch, 23. April 2025
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