Jedesmal, wenn er am Grab des einen oder anderen stand, meldete sich der Kummer bei ihm, dann dachte er wieder an den unvergeßlichen Tag, als er nach Viðareiði gekommen war und erfahren hatte, daß seine Frau auf dem Friedhof lag. Er hatte Männer dazu gebracht, sie wieder auszugraben, weil er noch einmal ihr helles Gesicht sehen wollte; er hatte sie gesehen, als sie im Sarg lag – beinahe unkenntlich –, und ihr Anblick ging ihm nicht aus dem Kopf.
Er stand Beinta gegenüber – und als er dort stand und in unheimliche Gedanken versunken war, fiel sein Blick auf sie. Sie stand da und starrte ins Leere. Sie hatte ihren Vater nie sehr geliebt und wartete sehnsüchtig darauf, den Pfarrer „Amen“ sagen zu hören. Herr Jónas konnte den Blick nicht von ihr abwenden. Er hatte gehört, daß sie schön sei, aber daß sie so schön war, hatte er nicht gedacht. Und nun geschah Herrn Jónas etwas, das er als Offenbarung Gottes empfand. Er vergaß seine Frau völlig – das ungute Bild verblaßte, und obwohl das Wetter häßlich und naß war, war ihm, als würde die Sonne scheinen und alle Vögel singen.
Freitag, 25. April 2025
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Kapitel 1. 6 (2)
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