Am gleichen Abend stand er in der Küche der Witwe des skrivari und hielt um Beintas Hand an. Die Witwe sagte ja, ohne Beinta zu fragen, das war damals so – und es war abgemacht, daß, wenn das Handelsschiff zum erstenmal kam, das Festbier getrunken werden sollte, aber die Hochzeit sollte am Ólavsøka stattfinden.
Als das abgemacht war, wurde Beinta in die Stube gerufen. Ihre Mama erzählte ihr von dem großen Glück, von allen Reichtümern, die sie erwarteten, aber Beinta antwortete nicht, sie sah ihre Mutter nur kalt an, und als Herr Jónas sie umarmte und küssen wollte, wandte sie sich ab.
Herr Jónas war zwar ein schöner Mann, und es war keine Kleinigkeit, Pfarrersgattin auf Viðareiði zu werden, aber sie hatte andere Pläne für ihr Leben geschmiedet. Sie hatte davon geträumt, unter in Seide gekleideten Damen umherzustolzieren. Nun würde nichts daraus werden. Vier Jahre waren vergangen, seit Kristjan das Land verlassen hatte, aber man hatte noch nichts von ihm gehört – und sie war sicher, daß er nicht tot war.
Sie eilte aus der Stube – legte sich ihren Umhang um und ging nach Sandur.
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Kapitel 1. 6 (2)
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